Was ist Rezyklat?

Rezyklat: Der Baustein für unsere Kreislaufwirtschaft

450 Jahre – so lange braucht Plastik, um sich zu zersetzen. Für unsere Umwelt ist Plastikmüll eine Langzeitbelastung. Deshalb setzen wir bei König + Neurath zunehmend auf Recycling-Materialien. Die besten Beispiel dafür sind die PERSONALBOX, NET.WORK.PLACE Wave und TALO.YOU, dessen Schiebeplattenbeschläge zu 100 % aus Rezyklat bestehen. Damit reduzieren wir Müllberge, aber es gibt auch Herausforderungen.

Wie Müll zum Wertstoff wird

Die Materialien, aus denen wir unser Büromobiliar und unsere Raumlösungen herstellen, neu zu produzieren, ist aufwendig. Warum also nicht schon vorhandenes Material nutzen – beziehungsweise Abfälle, die in unserer Konsumgesellschaft oder bei Produktionsprozessen anfallen? Recycling macht Müll zu nutzbaren Werkstoffen und ist ein wichtiger Teil der Kreislaufwirtschaft.

Was ist eigentlich Rezyklat?

Rezyklat ist wiederverwertetes Material, sprich: Recycling-Material. Das verrät schon der Name: Rezyklat setzt sich aus „Re“ und „Zyklus“ zusammen, was so viel bedeutet wie „wieder in den Zyklus eingeführt“ oder „wiederverwertet“. Wenn wir Müll aus Plastik, Glas, Papier und Batterien sortenrein trennen, kann dieser in die Kreislaufwirtschaft eingeführt und wiederverwertet werden. Der Müll wird sortiert, zerkleinert, gewaschen und so zu Rezyklat. Dieses kann dann eingeschmolzen und zu etwas Neuem werden. Es gibt zwei Arten von Rezyklat: Post-Consumer, also das, was bei uns Verbrauchern in der Wertstoff-Tonne landet, und Post-Industrial, sprich Abfälle, die in der Industrie zum Beispiel bei der Produktion entstehen. Wo möglich, nutzen wir bei König + Neurath Post-Consumer-Rezyklat

Unser Ziel: so nachhaltig wie möglich

Nachhaltigkeit hat viele Aspekte, von den Arbeitsbedingungen bis zur Herstellung. Bei der Produktion streben wir eine Kreislaufwirtschaft an. Das bedeutet: Wir investieren in Recycling-Materialien anstatt in Rohstoffe und folgen damit dem sogenannten „Circular Economy Action Plan“, kurz: CEAP, der EU.

Unsere Prämisse: Zunächst arbeiten wir mit Post-Consumer-Material, wenn das nicht funktioniert, setzen wir Post-Industrial-Material ein und erst wenn beides nicht umsetzbar ist, setzen wir neu geschaffenes Material ein.

Claudia Wenzel, Produktökologie und -zertifizierung

Rezyklat – eine Herausforderung, der wir uns stellen

Wer mit Rezyklat arbeitet, wird auch vor Grenzen gestellt. So können wir beispielsweise nicht frei in der Farbwahl agieren. Das liegt daran, dass kaum rein-weiße Verpackungen in der Wertstofftonne landen und die farbliche Sortierung nicht perfekt ist. Selbst ein Joghurtbecher hat meist Aufdrucke. Deshalb ist rein-weißes Rezyklat selten. Zudem verhält sich ein Rezyklat in der Produktion und Verarbeitung nicht so wie ein neuwertiger Rohstoff. Das geschmolzene Rezyklat fließt beispielsweise anders, wodurch wir mehr Arbeit in die Analyse des Fließverhaltens und der Fließlinien stecken müssen, um eine perfekte Oberflächenqualität zu erreichen. Außerdem hat Material aus Rezyklat oft eine andere Festigkeit als Primärmaterialien. Das hat unterschiedliche Gründe, zum Beispiel werden Glasfasern, die zur Verstärkung enthalten sind, im Recyclingprozess zum Teil gekürzt. Dadurch brauchen wir etwas mehr Material für die Herstellung der einzelnen Teile.

Trotz dieser Herausforderungen ist es uns gelungen, nachhaltige Materialien gezielt und in hoher Qualität in unsere Produkte zu integrieren. So setzen wir bei NET.WORK.PLACE Wave einen Mass-Balance-Schaum für die Polsterung mit einem bilanziellen Rezyklatanteil von 40 % ein, ganz ohne Verklebung. Auch die PERSONALBOX zeigt, wie weit wir gehen: In der schwarzen Variante besteht sie zu 88,4 % aus recyceltem Kunststoff (ABS/PA6-GF30 Recyclat). Damit beweisen wir, dass nachhaltige Lösungen trotz technischer Hürden nicht nur möglich sind, sondern auch höchsten Qualitätsansprüchen gerecht werden.

Kunststoff kann mehrmals recycelt und somit wiederverwendet werden. Unsere Produkte werden oft zehn Jahre und länger genutzt. Recycelt man sie, bleibt der Kunststoff zwischen 20 und 40 Jahre lang im Markt, ohne dass neues Material hergestellt werden muss. Das ist ein gigantischer Zeitraum, in dem wir Kunststoff vor der Welt weggesperrt haben!

Stefan Nebel, Leitung Produktmanagement Sitzmöbel

Es gibt Herausforderungen, wenn man Qualitätsprodukte aus Rezyklat fertigt. Am Ende zählt für uns: Wir gehen unseren Weg in Richtung Kreislaufwirtschaft weiter und schaffen Lösungen, die nicht nur unter Umweltaspekten nachhaltig sind, sondern auch Arbeitsumgebungen ideenreich gestalten.

Erfahren Sie hier mehr über unser Engagement für die Umwelt und unsere Nachhaltigkeitsmaßnahmen.